Rund 23,1 % aller Erwachsenen in den USA haben in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert. Bei etwa 270 Millionen Erwachsenen entspricht das mehr als 62 Millionen Menschen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern, die mit den U.S. National Institutes of Health (NIH) verbunden sind, veröffentlicht im Fachjournal Addictive Behaviors. Die Zahlen belegen: Cannabis ist in den USA längst ein fester Bestandteil des Alltags. Wir haben uns angesehen, wie konsumiert wird und wie die USA im internationalen Vergleich dastehen.
Über 62 Millionen Konsumenten: die Datenbasis der Studie
Grundlage der Untersuchung ist der Health Information National Trends Survey (HINTS) 2024, eine landesweite US-Befragung zu Gesundheitsinformationen und Gesundheitsverhalten. Erfasst wurde die sogenannte 12-Monats-Prävalenz, also der Anteil der Befragten, die innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal Cannabis genutzt haben. Zusätzlich fragten die Forscher nach der Konsumform und nach dem Tabakgebrauch.
Das Ergebnis liegt bei 23,1 % der US-Erwachsenen. Hochgerechnet auf rund 270 Millionen Erwachsene sind das mehr als 62 Millionen Konsumenten. Diese Zahl ist kein Randphänomen, sondern eine Massenbewegung.
Der rechtliche Rahmen erklärt einen Teil dieser Entwicklung. Aktuell ist Cannabis in 24 US-Bundesstaaten für den Freizeitgebrauch legal, in 40 Bundesstaaten für die medizinische Nutzung. In Washington, D.C. sind beide Formen erlaubt. Auf Bundesebene bleibt die Lage allerdings ein Flickenteppich. Wer in den USA konsumiert, muss also genau wissen, in welchem Bundesstaat er sich befindet.
Rauchen, Edibles, Vapes: so konsumieren US-Erwachsene
Die NIH-Studie hat untersucht, über welchen Applikationsweg die Wirkstoffe in den Körper gelangen. Gemeint ist damit die Art, wie Cannabis aufgenommen wird. Unter den US-Erwachsenen, die in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis genutzt haben, ergibt sich folgendes Bild:
- Rauchen: 62,6 %
- Orale Aufnahme (Edibles und Getränke): 57,6 %
- Vapen, also das Verdampfen ohne Verbrennung: 40,1 %
- Topische Anwendung (Lotionen und Cremes auf der Haut): 15,2 %
- Dabbing, das Verdampfen hochkonzentrierter Extrakte auf einer heißen Oberfläche: 12,4 %
Der Joint bleibt der Klassiker. Bemerkenswert ist aber, wie dicht Edibles inzwischen aufschließen. Außerdem gaben 52,7 % der Konsumenten an, mehr als eine Konsumform zu nutzen. Viele kombinieren also je nach Situation, Wirkungswunsch und Geschmack. Das deckt sich mit dem, was wir aus der Grower-Community kennen: Wer seine Blüten selbst zieht, verarbeitet sie oft auf mehrere Arten weiter, vom klassischen Joint bis zum selbstgemachten Edible.
Tabak und Cannabis: ein deutlicher Zusammenhang
Ein zentraler Befund der NIH-Studie betrifft den Tabakgebrauch. Unter US-Erwachsenen, die aktuell Tabakprodukte nutzen, lag die 12-Monats-Prävalenz von Cannabis bei 46,0 %. Bei Erwachsenen ohne Tabakkonsum waren es nur 17,4 %. Der Unterschied ist statistisch hochsignifikant (p < 0,001). Der p-Wert gibt an, wie wahrscheinlich ein solches Ergebnis rein zufällig wäre. Je kleiner er ist, desto belastbarer ist der Befund.
Auch beim Konsumverhalten selbst zeigen sich klare Unterschiede:
| Konsumform | Tabaknutzer | Keine Tabaknutzer | p-Wert |
|---|---|---|---|
| Cannabis rauchen | 73,4 % | 55,6 % | 0,001 |
| Cannabis vapen | 52,4 % | 32,1 % | < 0,001 |
| Zwei oder mehr Konsumformen | 60,0 % | 47,9 % | 0,02 |
Die Gewohnheit, zu inhalieren, überträgt sich offenbar vom Tabak auf Cannabis. Für alle, die ihre Lunge schonen wollen, gilt deshalb: Edibles oder ein Vaporizer ohne Tabakbeimischung sind eine echte Alternative.
Die USA im internationalen Vergleich
Mit einer 12-Monats-Prävalenz von 23,1 % liegen die USA weit vor den großen EU-Ländern. Die European Union Drugs Agency (EUDA), die Drogenbehörde der Europäischen Union, nennt für Europa deutlich niedrigere Werte. Kanada, das Cannabis 2018 landesweit für Erwachsene legalisiert hat, liegt dagegen noch etwas höher als die USA.
| Land | Cannabiskonsum Erwachsener (letzte 12 Monate) |
|---|---|
| Kanada (nicht-medizinisch) | 26,0 % |
| USA | 23,1 % |
| Spanien | 12,6 % |
| Frankreich | 10,8 % |
| Italien | 10,8 % |
| Deutschland | 9,8 % |
Spanien führt innerhalb der EU, Deutschland folgt mit 9,8 % hinter Frankreich und Italien. Die nordamerikanischen Werte sind mehr als doppelt so hoch. Ein direkter Kausalschluss ist zwar nicht möglich, weil Erhebungsmethoden und Rechtslagen variieren. Die Tendenz ist trotzdem klar: Wo Cannabis offen reguliert wird, steigt der Konsum. Ob die europäischen Zahlen mit weiteren Legalisierungsschritten nachziehen, bleibt spannend.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Erwachsene in den USA konsumieren Cannabis?
Laut einer NIH-nahen Studie auf Basis des Health Information National Trends Survey 2024 haben 23,1 % der US-Erwachsenen in den letzten zwölf Monaten Cannabis genutzt. Bei rund 270 Millionen Erwachsenen sind das über 62 Millionen Menschen, also fast jede vierte erwachsene Person im Land.
Welche Konsumform ist in den USA am beliebtesten?
Rauchen bleibt mit 62,6 % die häufigste Konsumform unter US-Cannabisnutzern. Dahinter folgen die orale Aufnahme über Edibles und Getränke mit 57,6 % sowie das Vapen mit 40,1 %. Topische Produkte wie Lotionen nutzen 15,2 %, Dabbing mit Konzentraten praktizieren 12,4 % der Konsumenten.
Was versteht man unter Dabbing?
Beim Dabbing werden hochkonzentrierte Cannabisextrakte wie Wax, Shatter oder Rosin auf einer stark erhitzten Oberfläche verdampft und inhaliert. Die Wirkung setzt sehr schnell ein und ist wegen des hohen Cannabinoidgehalts deutlich intensiver als beim Rauchen von Blüten. Deshalb eignet sich diese Methode eher für erfahrene Konsumenten.
Konsumieren Tabaknutzer häufiger Cannabis?
Ja, deutlich. In den USA nutzen 46,0 % der aktuellen Tabakkonsumenten Cannabis, bei Nichtrauchern sind es nur 17,4 %. Tabaknutzer rauchen und vapen Cannabis außerdem häufiger und kombinieren öfter mehrere Konsumformen. Die Gewohnheit des Inhalierens scheint sich auf den Cannabisgebrauch zu übertragen.
Wie hoch ist der Cannabiskonsum in Deutschland im Vergleich?
Nach Angaben der European Union Drugs Agency haben 9,8 % der Erwachsenen in Deutschland in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert. Damit liegt Deutschland hinter Spanien mit 12,6 % sowie Frankreich und Italien mit jeweils 10,8 %. Der Wert ist weniger als halb so hoch wie in den USA.
In wie vielen US-Bundesstaaten ist Cannabis legal?
Für den Freizeitgebrauch ist Cannabis derzeit in 24 US-Bundesstaaten legal, für die medizinische Nutzung in 40 Bundesstaaten. In der Hauptstadt Washington, D.C. sind sowohl Freizeit- als auch medizinischer Konsum erlaubt. Auf Bundesebene bleibt die Rechtslage uneinheitlich, deshalb kommt es immer auf den jeweiligen Staat an.
Quellen
- Health Information National Trends Survey (HINTS) – landesweite Umfrage zur Gesundheit Erwachsener in den USA, National Cancer Institute, 2024-01-01
- European Drug Report 2025 (europäischer Drogenbericht, einschließlich Daten zum Cannabiskonsum in den EU-Staaten), European Union Drugs Agency (EUDA), 2025-06-05




